Stellungnahme zum offenen Brief und zur Vorgehensweise der ULI LHG in Bezug auf die Veröffentlichung von angeblichen Zahlen und Fakten zum AStATIC Festival

Unter http://openair.asta-trier.de/data/stellungnahme_astatic.pdf  ist die Stellungnahme ebenfalls im PDF-Format verfügbar.

 

An

alle stimmberechtigten Studierenden der Universität Trier, die durch eine Teilnahme / Nicht-Teilnahme an den Hochschulwahlen die Entwicklungen in der Hochschulpolitik beeinflussen und durch ihre Präsenz in den öffentlichen AStA wie StuPA-Sitzungen ihren Vertretern über die Schulter schauen könn(t)en und soll(t)en

die interessierte Öffentlichkeit, die hoffentlich mehr Interesse an sauber aufgeschlüsselten Fakten als an waghalsigen Beschuldigungen hat

die Presse, die hier in Trier glücklicherweise bisher größtenteils Bewusstsein dafür gezeigt hat, dass auf diese Weise an die Öffentlichkeit gelangende „Informationen“ ein sehr gefährliches Pflaster darstellen und solche Themen nicht einseitig beleuchtet werden dürfen

die ULI LHG, die vor der Veröffentlichung des offenen Briefes in keinster Weise Kontakt zu den Hauptorganisatoren der Veranstaltung aufgenommen hat

 

Im Rahmen der nun folgenden Ausführungen äußern sich die ehemalige Hauptreferentin des AStA Kulturreferats Anne Schaaf sowie der ehemalige Co-Referent Maximilian Kaub zur Vorgehensweise der ULI LHG in Bezug auf das Veröffentlichen von angeblichen Zahlen und Fakten zum Astatic Festival, welches am 18. Juli 2014 stattfand. Alle Aussagen werden als Privatpersonen, die im Rahmen ihres Ehrenamtes als Hauptorganisatoren fungierten, getätigt. Eine Stellungnahme des AStA, welchem beide Hauptorganisatoren nicht mehr angehören, wird folgen.

Es wird bereits an einem weiteren Dokument gearbeitet, in welchem alle Interessenten sich zu Planung, Durchführung und dem genauen Ausgang des Astatic Festivals informieren können. Letzteres stellt einen ganz normalen Teil der Arbeit eines Veranstalters dar, bedarf jedoch einer gewissenhaften und dementsprechend längerfristigen Nachbereitung.

Die Mitglieder des Studierendenparlaments wurden am 23. Juli 2014 darüber in Kenntnis gesetzt, dass die endgültige Abrechnung (wie bei Veranstaltungen dieser Größenordnung nicht unüblich) möglicherweise erst nach ungefähr einem Monat vorliegen würde. Da zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass das Besucheraufkommen nicht ausreichend gewesen ist, um die Kosten der Feier zu decken, war den Hauptorganisatoren selbst daran gelegen, schnellstmöglich zu handfesten Resultaten zu gelangen, die dem Parlament, aber vor allem eben auch der Öffentlichkeit vorgelegt werden sollten.

Es scheint zwar offenkundig einige Ausnahmen zu geben, aber es ist anzunehmen, dass der Mehrheit aufgefallen sein dürfte, dass der 23. August 2014 noch vor uns liegt. Die Hauptorganisatoren, das Kulturreferat sowie auch das Finanzreferat und das Koordinierende Mitglied haben in den vergangenen Wochen mit Nachdruck täglich an der Nachbereitung des Festivals gearbeitet und werden dies auch weiterhin tun. Erstere sind jedoch nicht dazu bereit, nun überstürzt zu reagieren und sich in ihrem Arbeitsprozess behindern zu lassen. Es brauchte keine ULI LHG, damit von Seiten der Veranstalter und Hauptorganisatoren eine gewissenhafte Arbeitshaltung eingenommen wird, und wir hoffen, dass dies zumindest den Adressaten des medienwirksamen offenen Briefes der ULI LHG klar ist.

In einem Rahmen wie diesem ist es absolut unverantwortlich, mit Zahlen zu hantieren, die noch keinem endgültigen Resultat entsprechen, und es ist sehr bedauerlich, studentischen Vertretern dies scheinbar auf diesem Weg erneut mitteilen zu müssen. Diese Tatsache gewinnt an Dramatik, wenn man beachtet, dass die Verfasser des offenen Briefes sich zwischen dem Festival und der Veröffentlichung der Zahlen kein einziges Mal an die Hauptorganisatoren gewendet haben, um Auskünfte über den Verlauf der Nachbereitung zu bekommen, geschweige denn, um sich etwaige Zahlen bestätigen zu lassen.

Des Weiteren waren sie nicht bei der öffentlichen AStA-Sitzung anwesend, auf welcher eine erste Einschätzung zum verursachten Verlust gegeben wurde. Hierbei bekommt der im offenen Brief der ULI LHG benutzte Begriff „jenseits von Sitzungen“ einen interessanten Beigeschmack, bedenkt man vor allem, dass nur ein (zu dem Zeitpunkt schon ausgetretenes, jedoch über die ULI LHG-Liste gewähltes) Mitglied dieser Hochschulgruppe bei der absolut wichtigen und alles weitere Vorgehen begründenden Abstimmung zum Festival am 3. Juni dabei war, sich enthielt und sich nun schon mehrmals öffentlich von diesem Brief distanziert hat.

Neben mehr als nur einer unzutreffenden Zahl in dem Schreiben wird mit der dramatisch anmutenden, aber ebenfalls inkorrekten Angabe, letztendlich müsse durch ihren Rücktritt „nur die Kulturreferentin die notwendigen Konsequenzen aus dem Astatic-Desaster ziehen“ ein falsches Bild der Situation gezeichnet.

Das angebliche „Bauernopfer“ hatte am 5. Mai im Parlament einen Antrag auf ein Stimmungsbild sowie eine allgemeine Abstimmung über das Essenssortiment beim Astatic Festival gestellt. Grund hierfür war die von der Koalition getragene Entscheidung, mit studentischen Geldern weder Fleisch zu erwerben, noch externen Dienstleistern die Erlaubnis zu erteilen, bei Veranstaltungen Fleisch anzubieten. Sie kritisierte diesen Beschluss und betonte, sie hielte das Festhalten an der Durchsetzung im Rahmen des Astatic Festivals für ungeeignet. Noch vor der Abstimmung gab sie bekannt, dass sie das Festival zwar fertig ausführen, jedoch danach von ihrem Posten zurücktreten würde, da eine derartige politische Vorgehensweise ihre Arbeit nicht nur erschwere, sondern unmöglich mache.

Den an die Verantwortlichen adressierten Vorwurf, sich aus ideologischen Gründen bei der Planung nicht an bereits erfolgreichen Partyformaten orientiert zu haben, weist die ehemalige Hauptreferentin, die zum damaligen Zeitpunkt auch als parlamentarische Vertretung für die Liste der Partei die Partei Trier tätig war, mit einem sehr müden Grinsen zurück und gibt an, das einzige politische Ziel der Partei sei es, die Mauer wieder aufzubauen.

In Bezug auf den fast schon inflationär gebrauchten Begriff der „Transparenz“ machen wir die ULI LHG sowie interessierte Studenten erneut darauf aufmerksam, dass seit dem ersten Antrag zum Festival am 25. Februar fortwährend über die Entwicklungen der Veranstaltung in den öffentlichen AStA Sitzungen sowie in den Stupasitzungen berichtet wurde.

Sollte wirklich ein ernsthaftes Interesse an einer „konstruktiven Aufarbeitung“ bestehen, so sollte die ULI LHG sich vielleicht, ähnlich wie die Campus Union[1] oder auch die unbekannte Person, welche die Facebook-Seite „Kein Fleisch beim Astatic ist auch keine Lösung“ erstellte, eventuell Gedanken darüber machen, was der Begriff „Konstruktivität“ oder „Protest“ für sie genau bedeutet.

Die vielfältigen Äußerungen zu etwaigem Funktionieren oder Nicht-Funktionieren von Veranstaltungsformaten seitens der ULI LHG könnten eventuell auf einen großen Erfahrungsschatz oder erhöhte Kompetenzen in diesem Bereich schließen lassen. Daher bleibt für die ehemalige Hauptreferentin die Frage offen, warum sich bei ihrem Rücktritt am vergangenen Mittwoch niemand aus der benannten Hochschulgruppe auf ihren Posten beworben hat.

Abschließend verbleiben die Hauptorganisatoren sowie der AStA mit der Bitte an alle, die Endabrechnung sowie weitere Erläuterungen abzuwarten. Es bedarf einer ernsthaften Behandlung des Themas und diese wird durch Vorgehensweisen wie jene der ULI LHG der Auffassung der Hauptorganisatoren zufolge nicht gefördert.

Mit freundlichen Grüßen

Anne Schaaf und Maximilian Kaub

 

[1]              https://www.volksfreund.de/nachrichten/region/trier/Kurz-Kritik-an-fleischlosen-Studenten-Veranstaltungen;art777,3951436